Sommeruni auch an der BOKU!

„Schwitz ned umma, mochs im Summa!“

Wieder zu langsam geklickt. Wieder keinen Platz für eine dringende noch fehlende Übung. Wieder ein (oder sogar zwei) Semester Zeit verloren und die Studienbeihilfe läuft auch bald aus. Bei einer anderen Lehrveranstaltung bin ich zeitgleich arbeiten, das geht sich also auch nicht aus.

 Aktuelle Situation

Die finanziellen Ressourcen und Gebäude wachsen an der BOKU leider nicht in dem Maß wie die Studierendenzahlen in den letzten Jahren. Immer mehr Erstsemestrige inskribieren bei uns, unsere Universität ist sehr beliebt. Grundsätzlich eine tolle Sache, aber Studieren muss auch möglich sein. Zusätzlich hakt es an vielen Stellen beim Beihilfensystem, das Studium muss möglichst schnell abgeschlossen werden, um diese nicht zu verlieren. Nebenbei zu arbeiten zählt für einen Großteil der Studierenden zum Alltag.

Lösungen müssen jetzt her

Für Studierende, die während des Semesters keinen Platz in einer Lehrveranstaltung, hier insbesondere Übungen und Seminare bekommen, müssen Alternativen geschaffen werden. Universitäten wie die Wirtschaftsuniversität oder jene in Innsbruck machen es schon mehrere Jahre lang vor: sie haben einen Sommeruni eingeführt!

Die Vorteile sind vielfältig: Chronisch überfüllte Lehrveranstaltungen erfahren so eine Entlastung, durch zusätzliche Kurse im Juli, August oder September werden mehr Plätze geschaffen. Studienverzögerungen, eben bedingt durch genannten Platzmangel, können dadurch stark verringert werden.

Der Studienfortschritt kann aber auch durch andere Faktoren entschleunigt werden, entweder weil man nebenbei viel arbeitet, ein Kind hat, zwischendurch ein Auslandspraktikum absolvieren möchte oder länger krank ist. Die Sommeruni bietet die Möglichkeit einer Studienbeschleunigung, die (aktuell noch) lehrveranstaltungsfreie Zeit kann so aktiv genutzt werden.

Aus Sicht der Finanzen ergibt sich ein weiterer massiver Vorteil: die BOKU zahlt Jahr für Jahr Gebäudemieten an die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) in Millionenhöhe. Natürlich auch in den Sommermonaten, wenn die sich die wenigsten Studenten auf die Uni verirren. Mit der Einführung einer Sommeruni erfolgt so eine verbesserte Auslastung der Flächen.

Wie es gehen kann

Die genannten Vorteile haben fast alle größeren Universitäten in Österreich, meist auf Initiative der ÖH, erkannt und für sich genutzt. Die BOKU hinkt hier massiv hinterher, obwohl eine Einführung schon überfällig ist. Wie es gehen kann, zeigt unter anderem die WU: Jene Lehrveranstaltungen, die unter dem Semester die größte Nachfrage haben, wo also die Warteliste am längsten ist, werden als Sommeruni-Kurse angeboten und stellen so eine Möglichkeit zur Studienbeschleunigung dar. Mittlerweile bietet die WU auch eine Winteruni im Februar an, über eine Osteruni wird aktuell verhandelt.

Wir setzen uns aktiv ein

Mit zahlreichen Lehrenden haben wir bereits Kontakt aufgenommen, unsere Idee wurde und wird sehr positiv aufgenommen. Die Bereitschaft zusätzliche Kurse anzubieten ist da. Die BOKU darf hier nicht länger untätig bleiben, für ein optimales Studium müssen vorhandene Ressourcen optimal ausgenutzt und Platzbeschränkungen minimiert werden. Nur so können wir unseren Studierenden einen reibungslosen und angenehmen Studienfortschritt ermöglichen. Wir setzen uns aktiv dafür ein, damit es in Zukunft heißt: Sommeruni jetzt auch an der BOKU!

Autoren: Andreas Kugler, Christian Landstetter

Foto: Franziska Richter