Der ÖH-Vorsitz in Schieflage - Teil 2

Nachdem wir in der März-Ausgabe mit dem Inhalt unseres ersten Teils offensichtlich einen Nerv bei einigen Mitgliedern anderer Fraktionen getroffen hatten, mussten wir leider wiederholt beobachten wie unser schöner BOKUreport am helllichten Unitag eingesammelt und entsorgt wurde. Soviel zum Thema Meinungsfreiheit.

Nichtsdestotrotz werden wir an dieser Serie weiterhin festhalten und Entwicklungen an der ÖH BOKU, die unserer Meinung nach falsch laufen, hier veröffentlichen.

Neue Referate und Sachbearbeiter

Für alle die noch nicht davon gehört haben: Seit Oktober gibt es zwei neue Referate an der ÖH BOKU: Das Referat für Bibliothek und Archivierung und das QUEER-Referat. Wer sich fragt, welche Aufgaben Letzteres wahrnimmt, schaut doch dort vorbei und lasst euch beraten. Mit der Einrichtung neuer Referate steigen auch die Referenten- und Sachbearbeiterstellen. Letztere sind im Vergleich zum Jahr 2010 von 40 auf 59 angestiegen,über weitere Stellen wird bereits diskutiert. Natürlich sind auch die Studierendenzahlen in diesem Zeitraum stark gestiegen, aber haben sich die Serviceleistung, die Öffentlichkeitswahrnehmung und die Beratungstätigkeit in den Referaten der ÖH BOKU wirklich dermaßen gesteigert, dass eine solche Erhöhung der Stellen gerechtfertigt ist?

Umsiedelung alte WU und Buslinie 37A

Beginnend mit Juni übersiedeln zahlreiche Institute, die derzeit im Mendel- und Liebighaus angesiedelt sind, wie auch die Studienabteilung und weitere Einrichtungen in die alte Wirtschaftsuniversität am Standort Spittelau. Ab Wintersemester 2014/15 wird für etwa 3000 Studierende die Lehre an diesem Standort abgehalten, voraussichtlich für zwei Semester bis zum Abschluss der Umbauarbeiten. Das bedeutet, dass Studierende wie auch Lehrende häufig zwischen den BOKU-Standorten wechseln, also hin- und herfahren, müssen. Dazu bietet sich die bestehende Buslinie 37A ideal an. In seiner Aussendung vom 19. März 2014 hat der ÖH Vorsitz versichert, dass er sich für eine Intervallverdichtung dieser Linie einsetzen wird, um so eine optimale Verbindung zu gewährleisten. Wir mussten leider feststellen, dass das nicht passiert ist. Auch nach mehrmaliger Anfrage vom Döblinger Bezirksvorsteher wurden von Seiten des ÖH Vorsitzes die nötigen Unterlagen für dieses Vorhabennicht geliefert. Offensichtlich interessiert es sie nicht, wie wir BOKU Studierenden und Lehrenden zwischen den verschiedenen Standorten hin- und herkommen.

Projekte des ÖH BOKU Vorsitzes

Im vergangenen Oktober war ein zweiseitiges Interview mit dem (jetzt nicht mehr) neuen ÖH Vorsitzteam zu finden. Darin findet sich eine lange Liste mit Zielen und Projekten, die man sich für die kommende Funktionsperiode vorgenommen hat. (Sollte jemand nachlesen wollen, wir haben ein paar Ausgaben aufgehoben, einfach bei uns melden; auf der ÖH Homepage ist diese Ausgabe leider nicht verfügbar.) Doch was wurde davon bislang erreicht?Vor allem das oft strapazierte Thema „Radweg Türkenschanze – Muthgasse“ lässt unseren Informationen zufolge keine neuen Entwicklungen erkennen. Zwar hatte das Vorsitzteam unlängst einen Termin beim Döblinger Bezirksvorsteher, jedoch gänzlich ohne Konzepte oder Pläne für dieses Projekt. Oder gibt es mittlerweile mehr Duschmöglichkeiten (ob nötig oder nicht sei hier dahingestellt) an der Uni? Auch die Ergebnisse der Umfrage zu den Bibliotheksöffnungszeiten und Lernplätzen wurden nach wie vor nicht präsentiert. Eine Verbesserung der aktuell miserablen Situation, vor allem in den prüfunfsintensiven Wochen, scheint also noch länger nicht in Sicht.

Die ÖH BOKU kann mehr!

Wir von der AG BOKU denken die ÖH BOKU könnte noch viel mehr bieten. Eine Aussendung an alle Studierenden nur etwa alle vier Monate (06. November 2013 und 19. März 2014) ist in unseren Augen zu wenig. Wir finden, die ÖH hat mehr zu sagen, sollte noch mehr auf alle Studierenden zugehen und diese noch besser unterstützen, denn dafür ist sie da. Wenn in der letzten Aussendung eine Debatte zum Thema Auflösung des Bachelor Weinbau, Önologie und Weinwirtschaft angekündigt wird, dann sollte diese auch organisiert werden.