Bib Öffnungszeiten

Bibliothek und fehlenden Lernplätze - wohl eines der bekanntesten Probleme an der Boku. Und nicht erst seit Facebook-Seiten wie „Spotted:BOKU" oder dem neuen Kaffeeautomaten im Bib-Foyer, ist die Bib am Überlaufen und es fehlen ausreichende Lernplätze.

So läuft es derzeiteinsatz für wieder lernen gehen können.

Dazu zwei exemplarische Beispiele: Studentin A. pendelt jeden Tag nach Wien. Sie ist hat morgens um 8.30 eine Vorlesung und mittags um 14.00 Uhr. Die Zwischenzeit möchte sie nutzen, um zu Lernen. Wenn sie jedoch um 10.00 Uhr aus ihrer Vorlesung kommt, ist die Bibliothek voll. Sie sucht sich also einen anderen Lernplatz. Jedoch sind die „üblichen Verdächtigen" alle bereits besetzt. Nach einer Stunde suchen, die ihr nun schon beim Lernen abgeht, findet sie endlich einen Sessel allerdings direkt vor einem Hörsaal, so dass Ruhe beim Lernen nicht wirklich gegeben ist.

Student G. wohnt in einem Doppelzimmer im Studentenwohnheim. Wie schon oft passiert, hat er zu spät begonnen für eine wichtige Prüfung am nächsten Tag zu lernen. Um Ruhe zu haben und den Tag zu nutzen, beschließt er in der Bib an der Boku zu lernen. Er ergattert um 9.30 Uhr per Zufall einen der letzten Plätze in der Bib und stürzt sich auf seine Unterlagen. Nach einigen Kaffeepausen und Mittagessen ist er zum Abend hin absolut vertieft in seine Unterlagen und ist voller Hoffnung alles lernen zu können. Doch dann die Durchsage: „Sehr geehrte Damen und Herren die Bibliothek schließt in 15 Minuten!". Es ist 19.45, dabei hat die Uni doch bis 22.00 Uhr geöffnet. G. muss seinen Lernprozess abbrechen und kommt aufgrund der Ablenkung im Heim nicht mehr zum Lernen. Die Prüfung fällt deutlich schlechter aus als gewollt.

Diese und ähnliche Beispiele sind uns schon allen an der Boku passiert und leider viel zu oft der „Normalfall". Die ÖH-Exekutive hat es die letzten Jahren versäumt sich dieses Problems, das nahezu alle 12.000 Studierende an der Boku betrifft, anzunehmen oder gemeinsam mit dem Rektorat Lösungen zu erarbeiten.

Im Wien-Vergleich hat die Hauptbibliothek der Boku die mit Abstand kürzesten Öffnungszeiten. 8.30-20.00 Uhr von Montag bis Donnerstag. Auf der Türkenschanze Freitags sogar nur bis 17.00 Uhr. Samstag hat man weder auf der Türkenschanze, noch an der Muthgasse, die Chance ein Buch zu entlehnen oder zu lernen.

Wie es gehen kann

Beispiele für gute Konzepte für längere Öffnungszeiten oder mehr Lernplätze gibt es viele.

So hat beispielsweise die ÖH Uni Innsbruck erreicht, dass die dortige Bibliothek und Lesesaal Montags bis Freitags bis 24 Uhr geöffnet hat. Auch Samstags und sogar Sonntags hat man dort die Möglichkeit zu lernen.
An der WU wurde ein Konzept entwickelt, wo die Leseräume an Sonntagen vor den Prüfungswochen zusätzlich geöffnet werden. Dies zeigt deutlich, dass es durchaus Potenzial und Möglichkeiten gibt, bessere Lernvoraussetzungen bezüglich der Räumlichkeiten auch an der Boku zu schaffen. Dies kann für alle Beteiligten, Studierende sowie die Universität nur von Vorteil sein.

Wir setzen uns ein

Wir fordern und setzten uns daher ein für längere Öffnungszeiten der Bibliothek. Montags bis freitags müssen Zugangsmöglichkeiten zwischen 7.30 und 21.00 Uhr gegeben sein. Auch samstags zwischen 9.00 und 18.00 soll jeder Student die Option haben an Bücher zu kommen oder in Ruhe lernen zu können, sowohl auf der Türkenschanze, als auch in der Muthgasse.

Insbesondere vor den prüfungsintensiven letzten Wochen eines jeden Semesters wollen wir ungenutzte Hörsäle und Seminarräume öffnen, um diese dann als Lernräume nutzen zu können.

Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass eine arbeitsoptimale Neugestaltung der Lernspots im Justus-Liebig-Haus im Zuge des Umbaus stattfindet und ausreichend Berücksichtigung findet.

Und dann?

Mit der Umsetzung unserer Ziele ist es möglich, langfristig deutlich verbesserte Optionen für erfolgreiches und ruhiges Lernen an der Uni zu schaffen - ohne allzu langes Suchen nach einem Platz, erzwungenem Beenden der Lerntätigkeit oder unruhigen Lernplätzen. Dadurch verliert man weniger Zeit und kann einen besseren Studienfortschritt erreichen. Und wer weiß, vielleicht werden dann A. und G. aus dem obigen Beispiel die Frage: „Willst du mit mir lernen?" mit „JA!" beantworten, weil sie nun endlich die Möglichkeit dazu haben.